Tipp 1: Passt die Prämie langfristig zu mir?
Wir erleben es häufig in der Praxis: Nach einem Zahnarztbesuch wird schnell irgendeine Versicherung am Markt abgeschlossen. Selten wird darauf geachtet, ob man sich die Prämie für die Zahnzusatzversicherung auch langfristig leisten kann und will.
- Kurzum: Prüfe den Versicherungsbeitrag unbedingt auf längere Sicht.
Tipp 2: Die Zahnversicherung als langfristige Absicherung betrachten
Eine Zahnversicherung kurz- oder mittelfristig abzuschließen, macht selten Sinn. Wartezeiten, begrenzte Leistungen in den ersten Jahren (Zahnstaffel) und ein sich verändernder Zahnstatus sind die entscheidenden Argumente gegen eine spontane Kurzzeit-Entscheidung. Sie ist eine Absicherung für die Zukunft.
Tipp 3: Priorisieren, was wirklich wichtig ist
Ein systematisches Vorgehen bei der Tarifauswahl ist entscheidend. Selten bietet eine Versicherung exakt nur die Leistungen an, die du dir wünschst. Meistens gilt: Entweder gibt es mehr Leistungen und der Tarif ist teurer, oder es sind weniger Leistungen und das Ergebnis ist unbefriedigend.
- Unser Rat: Schreibe auf, welche Leistungen dir besonders wichtig sind – sortiert von „unverzichtbar“ bis „weniger wichtig“.
Tipp 4: Würde ich die versicherten Leistungen überhaupt nutzen?
Ein Tarif mit umfangreichen Leistungen für Zahnersatz, Kronen und Implantate klingt im ersten Moment super. Aber frage dich selbst: Würdest du dir überhaupt ein Implantat setzen lassen? Ist das medizinisch bei dir möglich (z. B. durch die Knochen- und Kieferstruktur)? Gibt es Vorerkrankungen oder hast du Angst vor solchen Eingriffen?
- Das Prinzip: Bezahle keine Leistungen mit, die für dich persönlich gar nicht infrage kommen.
Tipp 5: Frustration im Vorfeld vermeiden (Thema „100 % Erstattung“)
Dieses Versprechen muss man differenziert betrachten. Eine 100 % Erstattung im Tarif bedeutet nicht automatisch, dass es gar keine Zuzahlung mehr gibt. Diese Aussage bezieht sich meistens auf den Höchstsatz der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) – den 3,5-fachen Abrechnungssatz.
Ein Zahnarzt darf jedoch über diesen Satz hinaus abrechnen, wenn er vorab eine Honorarvereinbarung mit dir trifft. Rechnet der Arzt über dem GOZ-Höchstsatz ab, zahlst du die Differenz trotz Zusatzversicherung selbst.
Tipp 6: Schlau vorgehen und eine Strategie verfolgen
Viele Menschen glauben, sie brauchten keine Versicherung, weil ihre Zähne aktuell gut sind. Das ändert sich spätestens beim ersten unvorhergesehenen Ereignis: Ein Zahn bricht ab, Schmerzen treten auf oder das Zahnfleisch entzündet sich chronisch.
- Strategischer Tipp: Klug vorgehen kann auch bedeuten, zuerst einen Optionstarif zu wählen. Damit sichert man sich das Recht, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen vollwertigen Zahntarif zu wechseln.
Tipp 7: Der Preis ist nicht alles!
Mach dir ein Gesamtbild vom Anbieter. Passen die Leistungen? Wie kompetent und schnell reguliert die Versicherung Schadensfälle? Welche Erfahrungen haben andere Kunden gemacht?
Achte zudem auf das Kleingedruckte: Wie hat sich der Tarif in der Vergangenheit preislich entwickelt? Gibt es feste Beitragssteigerungen im Alter? Wie lang sind die Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen?